Warum Klarheit stärker ist als Lautstärke

Wie Betriebsräte mit Haltung, Struktur und Gesetzessicherheit selbst in angespannten Situationen Orientierung geben.

Ausgangslage

Wenn Gespräche schwerer werden als die Themen selbst

Es gibt Momente im Betriebsrat, die niemand vorbereitet hat. Ein Kollege kommt wütend in die Sitzung. Der Arbeitgeber stellt eine Forderung, die das Gremium spaltet. Zwei Mitglieder reden aneinander vorbei, und plötzlich geht es nicht mehr um die Sache, sondern um verletzte Eitelkeiten.

Viele BR‑Mitglieder sagen mir:

„Das Thema war gar nicht das Problem. Das Gespräch war das Problem.“

Und genau hier beginnt die eigentliche Herausforderung: Wie führt man Gespräche, die emotional, komplex oder konfliktgeladen sind – ohne die Orientierung zu verlieren?

Schwierige Gespräche sind kein Ausnahmefall. Sie sind der Alltag eines Betriebsrats.

Und sie entscheiden darüber, ob ein Gremium handlungsfähig bleibt – oder sich selbst blockiert.

Kommunikationsregeln für BR‑Gremien

Gesetzlicher Rahmen: Gesprächsführung ist kein „Soft Skill“ – sie ist Pflicht

Das BetrVG ist an dieser Stelle erstaunlich klar und gleichzeitig oft unterschätzt.

 

§ 74 Abs. 1 BetrVG – Vertrauensvolle Zusammenarbeit

Arbeitgeber und Betriebsrat müssen so miteinander sprechen, dass eine konstruktive Zusammenarbeit möglich bleibt. Das bedeutet:

  • keine Eskalation

  • keine persönlichen Angriffe

  • keine taktischen Spielchen 

 

§ 80 Abs. 1 BetrVG – Überwachungs- und Initiativrechte

Der BR hat Aufgaben, die er nur erfüllen kann, wenn er klar kommuniziert, was er braucht, was er fordert und was er ablehnt. 

 

§ 37 Abs. 6 BetrVG – Erforderliche Schulungen

Schulungen zu Gesprächsführung, Moderation und Konfliktlösung sind erforderlich, wenn sie die Arbeit des BR verbessern.

Das heißt: Gute Gesprächsführung ist kein „Nice to have“. Sie ist ein gesetzlicher Auftrag.

Warum schwierige Gespräche scheitern – die 3 wahren Ursachen

Nach über 13 Jahren Arbeit mit BR-Gremien sehe ich drei Muster, die immer wieder auftreten:

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1. Unklare Ziele

Viele Gespräche starten ohne klare Absicht. „Wir müssen mal reden“ ist kein Ziel.

2. Vermischung von Sache und Emotion

Ein sachliches Thema wird plötzlich persönlich. Dann geht es nicht mehr um Fakten, sondern um Gesichter.

3. Fehlende Struktur

Wenn niemand führt, führt die Emotion.

Das Erfolgsmodell für schwierige Gespräche

(Praxisnah, sofort anwendbar, BR‑erprobt)

Ich arbeite mit Betriebsräten seit Jahren mit einem Modell, das selbst in angespannten Situationen Orientierung schafft.

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Professionelle Begleitung für BR‑Gespräche und Konflikte

Wenn Sie als Betriebsrat Ihre Gesprächsführung stärken möchten – intern oder mit dem Arbeitgeber – unterstütze ich Sie gern mit praxisnahen Seminaren, Mediation oder einem Klarheitsgespräch.

Praxisbeispiel: Ein Gremium findet zurück zur Klarheit

Ein BR‑Vorsitzender erzählte mir:

„Wir hatten ein Gespräch mit dem Arbeitgeber, das völlig aus dem Ruder lief.

Jeder redete durcheinander. Am Ende wusste niemand, was eigentlich beschlossen wurde.“

Wir haben das Gespräch neu strukturiert:

      • Ziel definiert
      • Rollen geklärt
      • Sprecher festgelegt
      • Gesprächsphasen eingehalten

Beim nächsten Termin sagte der Arbeitgeber:

„Das war das klarste Gespräch, das wir je hatten.“

Das Gremium hatte nicht mehr Informationen. Es hatte mehr Orientierung.

Fazit: Klarheit ist die stärkste Form von Führung

Schwierige Gespräche verschwinden nicht. Aber sie werden leichter, wenn man weiß, wie man sie führt.

Ein Betriebsrat braucht keine perfekten Worte. Er braucht:

  • ein klares Ziel

  • eine klare Struktur

  • eine klare Haltung

Denn Klarheit schafft Stärke. Und Stärke schafft Orientierung. Für das Gremium. Für die Belegschaft. Für die Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber.

Ja, wir wollen Klarheit schaffen.

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