Zuschreibungen

Zuschreibungen

Kurz erklärt – klar, praxisnah, auf den Punkt.

Kurz erklärt

Zuschreibungen sind Bewertungen, Interpretationen oder Annahmen über andere Personen, die nicht auf überprüften Fakten beruhen. Sie entstehen aus Erfahrungen, Erwartungen, Emotionen oder unbewussten Mustern – und prägen, wie wir Verhalten wahrnehmen und deuten.

Warum dieser Begriff wichtig ist

Zuschreibungen beeinflussen Zusammenarbeit stärker als objektive Fakten. Sie können Vertrauen stärken – oder massiv schädigen. Besonders in Konflikten verstärken Zuschreibungen Missverständnisse, Eskalationen und Polarisierungen. Wer Zuschreibungen erkennt und trennt, schafft Klarheit und ermöglicht professionelle Kommunikation.

Typische Missverständnisse und Fehler

  • Eigene Annahmen werden für Tatsachen gehalten.
  • Verhalten wird psychologisiert („Der will mich ärgern“).
  • Einzelne Beobachtungen werden verallgemeinert („Der ist immer so“).
  • Zuschreibungen werden nicht überprüft, sondern weitergetragen.

Praxisbeispiel

Eine Mitarbeiterin reagiert knapp in einer Besprechung. Ein Kollege interpretiert dies als Ablehnung und erzählt anderen davon. Die Stimmung kippt. Erst im  Klärungsgespräch wird deutlich: Sie war unter Zeitdruck und hatte keine negative Absicht. Die Zuschreibung hatte den Konflikt erzeugt – nicht das Verhalten selbst.

Was bedeutet das für die Praxis?

Für Führungskräfte

Zwischen Beobachtung und Interpretation unterscheiden, Rückfragen stellen und Zuschreibungen im Team frühzeitig klären.

Für Teams

Eigene Annahmen transparent machen, nicht über Personen spekulieren und aktiv nachfragen, bevor Urteile entstehen.

Für Betriebsräte / HR

In Konflikten darauf achten, ob Zuschreibungen statt Fakten diskutiert werden, und Teams dabei unterstützen, wieder zu überprüfbaren Beobachtungen zurückzukehren.

Weiterführende Themen

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